Warum Programmieren lernen?

Und natürlich wird sich hier auch die Frage ergeben: Warum dann Xojo?

Nun, zunächst einmal nutzen Sie einen Computer oder ein ähnliches Gerät – sonst hätten Sie es gerade sehr schwer, diesen Text zu lesen. Da Sie irgendwie hierher gelangt sind, erstreckt sich Ihr Interesse auch auf die ernsthafte Anwendung. (Kein Angriff auf reine Gamer beabsichtigt – zumal auch diese oft vor der Frage stehen, wie sie ihre Videos für Youtube überarbeiten, ein Community-Portal aufbauen oder einen Editor für ihr Lieblingsspiel erstellen sollen.)

 

Arbeitsersparnis und Automatisierung langweiliger Routineabläufe

Und damit ist die Wahrscheinlichkeit schon riesengroß, dass Sie in der Arbeit mit Ihrem Computer häufig Umständlichkeiten erleben – Texteinträge oder Tabellenzeilen werden absatzweise über die Zwischenablage kopiert, weil das eine Programm nicht mit dem anderen arbeiten will. Die Arbeit mit zwei Programmen erfordert drei Hilfsprogramme, um die Daten füreinander kompatibel zu machen. Immer wiederkehrende Arbeitsabläufe machen das Hilfsgerät zu einem Gerät, das Hilfe benötigt – dabei ist doch nichts so gut programmierbar wie ein Computer. Bei all der Vielzahl an verfügbarer Software gibt es immer wieder Features, die man sich anders wünscht, individueller zugeschnitten. Oder eine gewünschte Software existiert, aber für ein anderes Betriebssystem als das verwendete.

Es gibt eine Vielzahl von Entwicklungssystemen, viele davon sogar kostenlos, die es theoretisch jedem Anwender gestatten, seine eigenen Programme zu erstellen. Allerdings stellen viele davon den Einsteiger auch vor eine reichlich steile Lernkurve. Programmiersprachen sind, so sagt es der Name ja schon, Sprachen, folgen also einer eigenen Syntax und benutzen eigene Worte. Diese haben oftmals mit natürlicher Sprache so ziemlich keine Ähnlichkeit, siehe auch den kleinen Ausflug zu C auf dieser Seite.

Sehr vielen Programmiersprachen merkt man dabei an, dass Sie aus der Informatik stammen: Von Personen, die täglich mit Binärcode hantieren und deren Denken auf Effizienz getrimmt ist – eine Klammer recht ja schließlich auch, um einen Block zu begrenzen, kein „IF … THEN“ oder ähnlich Lesbares. Das hat völlig seine Berechtigung, bedeutet aber in vielen Fällen auch: Entweder Sie machen das neue Hobby zur Halbtagsbeschäftigung oder Ihr Fortschritt wird bestenfalls mit dem der berühmten Schnecke an der Wand vergleichbar sein: Tags einen Meter aufwärts, nachts 80 cm zurückgerutscht. Es braucht einfach langes und intensives Training, bis man diese Sprachen problemlos und ohne dauerndes Nachschlagen verstehen kann.

Eine Sprache, die weitgehend natürlicher Sprache folgt, ist dabei Gold wert. Da Englischkenntnisse bei vielen gegeben sind, sich Esperanto nie durchgesetzt hat, liegt es nahe, englische Begriffe zu verwenden. Wenn dazu noch eine klar lesbare Syntax kommt – Verzweigungen etwa wie oben zwischen If … Else … und End If stehen statt zwischen Klammern (waren es nun eckige? Runde? Geschwungene?) –, wird die Lernkurve umso flacher, der Fortschritt umso schneller und die Entwicklungszeit geht auf einen Bruchteil der zurück, die eine andere erfordert hätte.

Kleines Zwischenfazit also: Kenntnis einer Programmiersprache kann Ihnen helfen, Ihren Computer weitaus effektiver zu nutzen und viele Routineaufgaben automatisch erledigen zu lassen.

 

Die beruflichen Chancen

Auch wenn man, was unser Finanz- und Wirtschaftssystem angeht, durchaus Zweifel an seiner Lebensfähigkeit haben und Kritik an seinen Nebenwirkungen üben darf: Es lässt sich kaum von der Hand weisen, dass die Aussicht auf einen Mitarbeiter, der eigene Softwarelösungen für die Firma erstellen kann, ein nicht unerheblicher Entscheidungsfaktor für die Geschäftsführung sein kann. Nicht zuletzt deswegen unterstützt Xojo auch die eskillsforjobs-Kampagne der Europäischen Kommission.

Davon abgesehen macht auch die Existenz zahlreicher App-Stores ein Nebeneinkommen durch ein pfiffiges kleines Programm gar nicht unwahrscheinlich.

 

Häufig unbeachtet: Die mentale Disziplin

Lassen Sie mich jetzt nicht zu spirituell werden, aber nach meiner Auffassung bietet die Auseinandersetzung mit einer Programmiersprache ein hervorragendes geistiges Fitnesstraining. Sie setzen sich mit puren logischen Problemen auseinander – üblicherweise macht der Computer genau das, was Sie ihm sagen.* In den allermeisten Fällen lassen sich die Gründe für scheinbares Abweichen von dieser Regel beim Programmierer finden. Das soll Sie jetzt nicht vom Meditieren abhalten – ganz im Gegenteil: Wer sich intensiv auf ETWAS konzentiert, sollte aus Gründen der Balance auch öfters mal auf NICHTS fokussieren –, aber Programmieren bietet eine Vielzahl von positiven Nebeneffekten – seien es die verbesserte Erinnerungs- und Konzentrationsfähigkeit als auch die Schärfung der Logik oder ihre praktisch übertragbaren Auswirkungen auf das Schulwissen (Mathematik kann durchaus interessant sein UND auch noch praktisch anwendbar!) oder zur Prophylaxe im Rentenalter.

Insofern also: Ob du nun Schüler bis oder ob Sie Ruheständler sind – es gibt keine bessere Zeit, um mit dem Programmieren anzufangen als jetzt!

Und falls ich ein wenig Ihr Interesse wecken konnte:** Hier finden Sie deutschsprachige Tutorials, um direkt loszulegen.

Viel Spaß!

P.S.: Nichts davon soll sagen, dass Sie sich auf eine Programmiersprache festlegen sollten. Die Kenntnis einer Programmiersprache wird früher oder später auch zum besseren Verständnis anderer beitragen. Wenn es also Ihr Ziel ist, mit Metal das nächste große Spiel zu entwerfen, sollten Sie (momentan zumindest noch) zu Xcode oder Swift greifen. Wenn es schwer fallen sollte, diese zu verstehen: Bauen Sie sich eine Brücke!

 

* Wie gesagt: Das ist mein ganz persönlicher Blog. Ich kann keine Studie dafür anführen, nur persönliche Beobachtungen.

** Lassen Sie‘s mich gerne wissen. Auch wenn Sie Hilfe benötigen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s