Entwickeln mit Fernbedienung

Xojo ist, das wurde ja schon oft genug betont, ein plattformübergreifendes Entwicklungssystem. Je nach Lizenz lässt es sich auch auf mehreren Rechnern gleichzeitig installieren, oder auf mehreren virtuellen Maschinen. Während es absolut sinnvoll sein kann, zum Herausfinden betriebssystemspezifischer Eigenarten auch mal direkt auf der Zielplattform zu testen, ist es aber nicht sehr bequem, den Programmcode jedesmal auf die gerade nötige Entwicklungsmaschine zu schieben.

Das Projekt für die Zielplattform zu kompilieren, den Build dahin zu kopieren und auszuführen – nee, komfortabel ist das nicht, und wenig zielführend. Man hat ja keinen Zugriff auf den Debugger und muss sich dann durch Crash Reports wühlen, für die man eventuell vorher erst mal noch ein Extraprogramm installieren muss.

In diesen Fällen hilft ein Blick in den Extras-Ordner des Xojo-Verzeichnis’:

Remote Debugger finder.png

Da finden sich zwei Ordner: Remote Debugger Console und Remote Debugger Desktop, jeweils mit ausführbaren (bzw. vorher zu entzippenden) Programmdateien für die drei Desktop-Systeme. Davon schnappt man sich die zu Zielsystem und Projektart passende, kopiert sie auf die Zielmaschine und startet sie – so wie ich’s hier auf meinem Mac in der Windows 7-installation gemacht habe, die bei mir unter Parallels läuft:

RD Windows.png

Dann ruft man am besten (hier unter Edit) die Programmoptionen auf und kontrolliert die Einstellungen – insbesondere Speicherort und Passwort:

RD defaults.png

Kehren Sie dann zu Ihrer Entwicklungsmaschine zurück (ich rufe also wieder meine Xojo-Installation auf der Mac-Seite auf) und wählen Sie im Programmmenü unter „Project“ „Run Remotely/Setup“:

RemoteSetup.png

Dort sollte, so Ihre Firewall mitspielt, der auf der anderen Installation laufende Remote Debugger angezeigt werden. Mit Klick auf „Edit“ können Sie das Passwort abstimmen.

RemoteSetup2.png

Und wenn Sie dann die Installation selbst unter „Run Remotely“ anwählen – also in meinem Fall VirtualWindows – sehen Sie nach Klick auf Run einen Fortschrittsbalken, der die Übertragung der DebugBuilds auf die andere Maschine protokolliert:

remotetransfer

Woraufhin – eventuell nach weiterer Verzögerung, falls ein Virenchecker aktiv ist – das Programm dann auf der Zielmaschine startet, Sie es aber wie gewohnt unter ihrem Lieblingssystem debuggen können. Ein bisschen mehr Geduld brauchen Sie – die Daten laufen ja über Ihr Netzwerk –, aber bequemer als der manuelle Weg ist das allemal.

In diesem Jahr soll auch endlich der Remote-Debugger für den Raspberry Pi herauskommen, der dann Probeentwicklung auf dem kleinen Linux-Kasten ebenso bequem (und lizenzfrei) möglich macht wie auf den großen Desktop-Plattformen.

 

 

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